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Kurze Geschichte der Fährstelle Neu Darchau - Darchau

Bevor die Eisenbahnen vor ca. 150 Jahren einen großen Teil des Verkehres aufgenommen und die Beförderungsgeschwindigkeiten an Land rapide zugenommen haben, war die Elbe bereits ein bedeutender Verkehrsweg. Eine Verbindung zum jeweils anderen Ufer, an dem sich Weideflächen, Brennholz und andere wichtige Dinge des täglichen Lebens befanden, war für die Anwohner aufgrund einer Vielzahl von Fährstellen relativ einfach. So gab es viele Personenfähren, aber auch etliche Fähren auf denen Fuhrwerke zum anderen Ufer transportiert werden konnten. Viele Höfe besaßen ein kleines Boot zum Rudern oder Staken, und natürlich wurde in der Elbe viel gefischt. Häufig wurde das Ufer gegenüber von dem jeweiligen Ort über den Fluß besiedelt. Die jeweils gegenüberliegenden Orte zeugen mit ihren jeweiligen Namen davon: Darchau - Neu Darchau, (Groß-) Kühren – Klein Kühren, Alt Garge – Neu Garge, Bleckede – Neu Bleckede, etc. So ist auch die Fährstelle zwischen Neu Darchau und Darchau schon lange belegt.

 

Bis ca. 1945 existierten elbaufwärts noch die Fähren zwischen Drethem und Pommau sowie von Tiesmesland nach Privelack. Die Drethemer Fähre war eine Wirtschaftsfähre, die Fähre in Tiesmesland wohl nur eine einfache, muskelbetriebene Kahnfähre. Auch auf dem Stück Elbabwärts zwischen Neu Darchau und Bleckede gab es bis ca. 1945 eine Fährverbindung zwischen Alt Garge (Wohld) und Neu Garge. Der Fährprahm wurde zuletzt vermutlich von einer Barkasse geschleppt.

 

Nach 1945 wurde der Fluss zur Grenze zwischen West und Ost. Waren in den ersten Jahren noch Überquerungen möglich, erfolgte bald eine Abschottung von östlicher Seite, die in dem Bau einer Grenzbefestigung und zu der Umsiedlung Fluss nah wohnender Menschen führte.

 

Erst 1989 sollte wieder eine Verbindung möglich werden. Nach dem Mauerfall wurde kurzfristig das Ausflugsboot „Luna“ aus Lüneburg gechartert, mit dem am 25.11.1989 die ersten Überfahrten stattfanden. Diese Überfahrten fanden an den Wochenenden statt, bis am14. April 1990 die von der Gemeinde Neu Darchau gekaufte erste „Tanja“ den täglichen Betrieb aufnehmen konnte. Diese Fähre konnte PKW, Busse und Lastwagen bis zu 40 to. übersetzen. Zu Beginn war dies jedoch nur für PKW möglich, da erst die entsprechenden Zufahrten hergestellt werden mussten. 1993 wurde dann von Neu Darchau die aktuell noch verkehrende „neue“ „Tanja“ angeschafft, die eine höhere Kapazität hat.

 

Heute liegen die nächsten benachbarten Fährstellen in Hitzacker und in Bleckede. In Hitzacker verkehrt im Sommer eine Fähre nur für Fußgänger und Radfahrer zum anderen Ufer nach Bitter. Die Bleckeder Fähre „Amt Neuhaus“ ist wie die „Tanja“ eine Wagenfähre, allerdings etwas kleiner und mit geringerer Nutzlast: LKW und andere Fahrzeuge über 24 to. bis 40 to. sind auf die „Tanja“ angewiesen.